Herkunft
Das Teppichchamäleon ist ein Endemit
Madagaskars. Das heißt die natürliche Verbreitung beschränkt sich
ausschließlich auf Madagaskar. Das gilt übrigens für die gesamte
Gattung Furcifer. Nur das Pantherchamäleon Furcifer pardalis wurde (wahrscheinlich) vom Menschen auch auf die Nachbarinseln La Reunion und Mauritius verschleppt.
Verbreitung
Bis
auf den Norden und Nordwesten der rund 592000 km² großen Insel ist das
Teppichchamäleon überall anzutreffen. Die vertikale Verbreitung geht
bis 2000 m üNN. Als Kulturfolger findet man es sogar in den Gärten von
Antananarivo.
Lebensraum
Entsprechend der
beträchtlichen Verbreitung kann der Lebensraum sehr variieren. Er
reicht von Grassavannen, bis zu tropischem Regen- und Trockenwald.
Klima
Das
Klima ist tropisch mit einer Tagesamplitude von ca. 10°C und einer
Jahresniederschlagsmenge von durchschnittlich 2000 mm/a. Deutlich
trockener wird es im SW Madagaskars. Die Temperaturschwankungen nehmen
im Gebirge und Landesinneren zu. Die Luftfeuchtigkeit beträgt tagsüber
60-70 % und steigt nachts auf über 90 % an.
Biologie
Männliche Teppichchamäleons werden maximal 20-28 cm groß (Gesamtlänge). Die Weibchen 
sind etwas kleiner. Damit zählt das
Teppichchamäleon zu den mittelgroßen Arten. Der lateinische Name F.
lateralis hat es wegen den auffällig hellen Seitenstreifen
(=Lateralstreifen) erhalten.
In Höhe der Seitenstreifen befinden sich
3-4 rundliche bis ovale Flecken, deren Erscheinungsbild an einen Orientteppich erinnern. Teppichchamäleons werden bei optimaler Haltung bis zu
5 Jahre alt.
In freier Natur sterben die erwachsenen Tiere allerdings
jedes Jahr im Winter. Nach 2,5 Jahren stellen sie die Fortplanzung ein
(F.W. Henkel & S. Heinecke, 1996).
Unterscheidung der Geschlechter/Geschlechtsdimorphismus bei Furcifer lateralis (major)
Prinzipiell kann man die Geschlechter bereits bei Jungtieren gut unterscheiden. Der größte Unterschied ist die ausgeprägte Hemipenistasche bei den Böcken:
Bei Weibchen fehlt diese chrakteristische Verdickung im Bereich der Schwanzwurzel. Sehr ausgeprägt kann auch der rosa-schimmernde Lateralstreifen bei den Böcken sein, der bei den Weibchen eher weiß bleibt.


Abgrenzung der Varietäten Furcifer lateralis lateralis/major und der Art Furcifer minor
Tatsächlich gibt es im trockenen südlichen zentralen Osten-Madagaskars Furcifer lateralis, die größer wachsen als andere. Deshalb findet man auch auf dem deutschen Markt sog. Furcifer lateralis major bzw. Furcifer lateralis Tuléar. Die kleineren Teppichchamäleons grenzt man mit dem Rassenamen Furcifer lateralis lateralis ab. Andere Autoren, wie Petr Necas (2004) behaupten, dass es sich bei Furcifer major um eine eigene Art handeln würde. Er geht aber weder detailliert auf diese Behauptung ein, noch gibt es (meines Wissens nach) eine konkrete Artbeschreibung. Und ohne Artbeschreibung gibt es auch keine wissenschaftliche Basis.
Jüngste Untersuchungen zeigen, dass es sich bei Furcifer lateralis lateralis und Furcifer lateralis major nicht um verschiedene Arten (wurde von den meisten Leuten sowieso bezweifelt), aber auch nicht um Unterarten oder Rassen handelt, sondern einfach nur um Varietäten (Mitteilungen per Mail von dem angehenden Biologen KLAGES, J. im Januar 2009). BOUMANS et al (2007) konnte dies anhand von DNA-Fingerprinting unter Verwendung multivariater Analysemethoden belegen. Es soll auch nicht nur F. lateralis lateralis und major geben, sondern auch zahlreiche Mischformen. Aus dieser Diskussion kann man folgern, dass wohl auch bei deutschen Hobbyzüchtern eine Mischung beider Varietäten bzw. Formen zu erwarten bzw. bereits vorhanden ist.
SCHMIDT W. & MEYER M. (2009) übernehmen in ihrem Buch "Teppichchamäleon" die Arbeiten von BOUMANNS et al und unterscheiden 4 Teppichchamäleonvarietäten nach ihren Fundorten:
- Region Antananarivo und Ambatolampy (von hier stammen die meisten Wilfänge - und meine F. lateralis lateralis)
- Ambohitantely
- südlichen Zentralen Osten (major/Tulear)
- aride Gebiete im Süden mit großer ökologischen Valenz
Dagegen handelt es sich bei Furcifer minor tatsächlich um eine andere Art, da dessen Männchen sich auch wegen ihrer Cranialprotuberanzen optisch signifikant von F. lateralis unterscheiden. Mit Sicherheit läßt sich sagen, dass die als Furcifer minor bezeichnete Art nicht identisch ist mit F. lateralis.