Eigene Chamäleonzucht (ENZ)

Dieser Abschnitt richtet sich an erfahrene Chamäleonhalter. Ich kann Anfängern dringend davon abraten unüberlegt eine Hobbyzucht zu starten. Sicherlich muß jeder einmal beginnen, aber zuerst sollte man sich im klaren sein, dass es zu schlimmen Beißereien kommen kann und nicht selten stirbt das Weibchen an unterschiedlichen Formen von Legenot. Anfänger können die Situation meist schlechter beurteilen, mit üblen Konsequenzen für die Gesundheit ihrer Pfleglinge.


Um Komplikationen zu vermeiden, sollte man darauf achten, dass man das Weibchen nicht zu früh verpaart. Ich halte ein Mindestalter von 6 Monaten für angemessen. Die Gravidität dauert 30-52 Tage. Danach werden 4- 23 Eier gelegt (NECAS, P. 2004). Oft liest man, dass die Eier meistens fallen gelassen werden. Das geschieht aber meistens bei den kleinen Furcifer lateralis lateralis. Meine major-Weibchen haben dagegen ihre Eier immer vergraben. Sollte das Weib graben, dann befeuchten Sie am Abend das Erdreich, wo zuletzt gegraben wurde. Aus eigenen Erfahrungen kann ich berichten, dass die Eiablage dann immer im feuchten Erdreich stattfand (nicht nass!). Die Eier kommen dann in eine saubere Heimchendose. Als Substrat eingnet sich Vermiculit, welches immer feucht, aber nie nass gehalten werden sollte. Alternativ funktioniert auch Seramis mit einem Aktivkohleanteil. Wichtig ist, dass kein Bodensubstrat, wie Erde oder Rindenmulch am Ei haften bleibt, weil das dann eine gute Quelle für Schimmel sein könnte. Die Inkubation dauert nach NECAS 154-378 Tage. Die Temperaturen sollten nicht konstant bleiben. Man erzielt (angeblich) bessere Resultate, wenn man eine Überwinterungsperiode einbaut, weil danach die Eier wieder erwachen. Das Schema ist denkbar einfach:
- 6 Wochen Temperatur 25-28°C (Inkubator) danach
- 6 Wochen Temperatur ca. 15°C (kühler Kellerraum) danach wieder
- 25-28°C bis die Kleinen schlüpfen
Der Temperaturübergang warm-kalt-warm muß nicht schrittweise angeglichen werden. Man kann bedenkenlos die Dose z.B. vom Keller sofort in den Inkubator geben.
Während der Zeitigung der Eier sollten Sie stets die Feuchtigkeit des Vermiculits überprüfen. Schimmel muß sofort entfernt werden. Das gilt auch für mit Schimmel befallene Eier. Am besten achten Sie auch gelegentlich auf frische Luft in der Dose.
Falls der erste Versuch nicht klappen sollte: jeder erfahrene Teppichchamäleonzüchter hatte schon Misserfolge! Also nicht entmutigen lassen. Selbst bei gleichen Bedingungen klappt es manchmal gut, aber manchmal auch gar nicht. So hatte ich Mitte - Ende 2007 eine "Durststrecke." 2008 lief es dagegen recht gut.
                                                                                                                                                                       Selbstmord ist keine Lösung!
Es stellt sich natürlich die Frage, mit welchem Alter man die Jungtiere abgeben kann. Ich habe es bisher immer so gehalten: Leute mit Erfahrung in der Terraristik kriegen das Jungtier frühestens mit 6 Wochen. Anfänger eher mit 3 Monaten. Damit bin ich bisher gut gefahren. In Kombination mit einem "Onlinesupport" hat es immer gut geklappt.